Für Victoria – eine unserer 4 Skate-Marathon-Challanger – sind die Langstrecken der Swiss Skate Tour mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Hier ihr Bericht von “Mittelland rollt”. Nächste Woche nimmt sie den Engadin Inline Marathon in Angriff.

Die “Mittelland Rollt”- Strecke kannte ich durch die vielen gemeinsamen Testfahrten mit dem Inline Club Mittelland. Mehrmals rollten wir als gut gelaunte Gruppe über die Strecke in der Region Oekingen. Die abwechslungsreiche, mit zwei Steigungen versehene Strecke ist in gemütlichem Tempo gut zu meistern.

Dann kam der 31. August. 34 Grad zeigte das Quecksilber beim Start über die 34 km lange Strecke. Zu meinem guten Glück durfte ich wieder mit Nelly vom ICM fahren. 4 Runden, 4 mal die grosse Steigung von Oekingen Richtung Heinrichswil.

Schon nach der ersten Steigung war mir klar, wenn ich alle 4 Runden meisten will, muss ich weg vom Gas. Die Hitze lenkte mich vom der schönen Aussicht ab. Ich dachte nur an die Anstrengung und spürte wie mein Kopf pulsierte in der Hitze. Vom warmen Fahrwind konnte man keine Kühlung erwarten.

Nelly war einverstanden die 2. und 3. Runden langsamer zu fahren, damit wir die gesparten Kräfte für die letzte Runde einsetzen konnten. Nach jeder Runde gönnte ich mir einen grossen Schluck Wasser von der mitgetragenen Flasche. Als die Flasche leicht und fast leer war, wusste ich, die letzte Runde fängt gleich an. Von der gesparten Kraft war wenig zu spüren. In der grossen Steigung schien ich am Boden zu kleben, die Gleitphasen waren sehr kurz. Hinter mir hörte ich wie Nelly mit kleinen Skate-Schritten kämpfte.

Ein schneller Blick nach hinten und ich sah, dass wir zu dritt waren. Auf der Ebene versuchten wir zu dritt gegen den Wind zu fahren, der gross gewachsene Begleiter übernahm die Spitze, für uns war es unmöglich schritt zu halten uns fehlte die Kraft und die nötige Beinlänge. Der Anschluss riss immer wieder ab, er aber lies uns immer wieder aufschliessen, ein richtiger Gentleman.

Bei der grossen Abfahrt musste ich als Eidg. Dipl. Angsthase bremsen. Der Gentleman verzweifelte wohl und sauste mit Nelly davon. Als ich rechts auf die Hauptstrasse abbog ärgerte ich mich über mein Zwangs-Bremsen: Die 2 waren gut 100m vor mir.

Ob ich es schaffte aufzuschliessen oder ob die zwei so anständig waren um auf mich zu warten weiss ich nicht, aber als die nächste kleine Steigung kam, waren wir drei wieder zusammen. Bei der allerletzten Abfahrt Richtung Ziel zog ich es ohne Bremsen durch. Danach gings auf die Zielgerade. Die Stimme des Speakers, Träume einer kalten Dusche, einem Bier und etwas Frisches zu essen… endlich der Zielbogen und schwups über die Ziellinie.

Dank der guten Infrastruktur im Skater Village, sass ich kurz darauf in der Sonne, geduscht, mit vollem Bauch und am Bier in der Hand. Das perfekte Ende eines anstrengenden Rennens.

 

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