(Bericht von Victoria)

Nun war es soweit. Der Engadin Inline Marathon erwartete mich das erste Mal. Bis in die frühen Morgen Stunden hat der Regen leicht auf unserem Zelt unterhalb des Startgeländes in Maloja geprasselt. Als ich um 7 Uhr früh aus das Zelt kroch, sah aber der Himmel glücklicherweise recht freundlich aus. Die vereinzelten, harmlosen Wolken leuchteten rot und ein paar Nebelfelder schwebten über dem Oberengadin. Nach dem Frühstück hat die Sonne schon gewonnen und die Nebelfelder lösten sich auf und es wurde wärmer. Im Maloja war schon viel los. Es wurde umgezogen, Kleidersäcke wurden fürs Transport abgegeben,

Die Skater fuhren in einem lockeren Tempo ein. Alle warteten auf den Startschuss um 9 Uhr. Bald war es so weit und die Elite Skater machten sich mit rasantem Tempo auf den Weg. Startblock nach Startblock wurden die Marathon Skater auf die 42km geschickt. Hinter ihnen, die Kurzstreckenfahrer, die nach St Moritz fahren. Weil die Strecke mehrheitlich talabwärts führt, war es für mich eine Strecke von der ich mega Respekt hatte. Für mich gilt es nur die herrliche Landschaft wahrzunehmen und  das Ziel zu erreichen.

Engadin Inline Marathon

Engadin Inline Marathon

Gleich nach dem Start bei der ersten kleinen Abfahrt verlor ich alle Anschluss zu den anderen Skatern und befand mich allein auf der Strecke. Die Strasse schlängelte sich am Seeufer entlang; links die Berge mit den ersten Anzeichen des kommenden Herbstes, rechts die Seen strahlend blau, eine Erinnerung an den Sommer. Ich glitt sanft durch Silvaplana und weiter nach St. Moritz, wo die Kurzstreckenfahrer ihr Ziel erreichen. 

Ich durfte weiter Richtung die St Moritz Abfahrt skaten. Die wiederkehrende Frage „Bremsteppich oder Strasse“ hat mich schon im Vorfeld beschäftigt. Jetzt musste ich mich entscheiden. Mit leicht bremsendem Gegenwind und die Tatsache, dass ich immer noch alleine war und keine Gruppe gefunden hatte, entschied ich mich gegen den Teppich. Leicht bremsend und in den Knien rollte ich schön kontrolliert bergab. Überstanden! Diese schön geteerte Abfahrt ist gar nicht so schlimm und kann gut bewältigt werden.

Mit grossen Schwungbewegungen fuhr ich vom Wind gestossen den kurzen Aufstieg dem Pontresina-Kreisel entgegen. Auf der anderen Strassenseite sausten erfahrene, schnellere Skater schon hinunter. Auch diese Abfahrt wurde vom Wind gebremst und machte viel Spass. Endlich nach 25km kam wieder ein “rettender Gentleman” und half mir gegen dem Wind zu kämpfen.

Alles wurde viel einfacher, das Tempo wurde schneller, und es machte echt Spass an der Hochmoorlandschaft vorbei zu flitzen, ab und zu durch ein kleines Bergdorf zu gleiten und an Wiesen vorbei zu fahren. „Das da ist das Zieldorf“ sagte der “Gentleman”. „Schade“ antwortete ich und wollte am liebsten umkehren um zurück nach Maloja fahren.

Wie ich im Winter ’16 in den Skimarathon genossen habe, habe ich in Spätsommer in den Inline- Marathon noch spektakulärer gefunden. In Winter ist die Landschaft unter einer dicken Schneedecke verhüllt. Die Seen wirken in Winter wie eine grosse, weisse Ebene. In Sommer dagegen ist die Landschaft in ihrer vollen Pracht sichtbar, viel abwechslungsreicher und farbiger.

Ich kann nur sagen, den Engadin Inline Marathon muss man erleben. Mitmachen kann jeder, der sicher skaten kann. Für mich war 2016 das erste Mal und ich werde 2017 ganz sicher wieder dabei sein.

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